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Dienstag, 22. August 2017

Furioser Saisonauftakt: Dresdner Philharmonie mit Gustav Mahlers „Sinfonie der Tausend“ im neuen Konzertsaal


116 Musiker und 266 Choristen werden am kommenden Freitag und Sonntag (25./27. August 2017) unter Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling das Klangpotenzial des Konzertsaals im Kulturpalast voll ausreizen. Mit dem Sächsischen Staatsopernchor und dem MDR Rundfunkchor Leipzig stehen den Philharmonischen Chören bedeutende Partner zur Seite. Namhafte Gäste übernehmen die solistischen Parts. Und zum ersten Mal wird die neue Eule-Konzertorgel erklingen.

Die monumentale Sinfonie überwältigte das Publikum nach ihrer Uraufführung 1910 zunächst vor allem durch ihre riesige Besetzung. Aber nach und nach entdeckte man, wieviel subtile Feinarbeit der Komponist in das gewaltige Werk investiert hat. Die Ausdeutung der anspruchsvollen Texte geschieht auf ebenso plastische wie vielschichtige Weise. Im ersten Teil verbinden sich komplizierte kontrapunktische Arbeit und ganz unmittelbare Ausdruckskraft. Der zweite Teil nähert sich fast der Oper an, die wirkungsvoll in Szene gesetzten Gesangssoli schaffen hier ein packendes Drama. Goethes zum Teil sehr verschlüsselte Verse gewinnen ein geradezu leidenschaftliches Leben, bis hin zum abschließenden hymnischen „Chorus mysticus“.

Mit der Dresdner Philharmonie war das Werk bisher nur zweimal zu erleben: 1981 unter der Leitung von Herbert Kegel und 2007 mit Rafael de Frühbeck Burgos am Pult. Beide Male stand dem Orchester mit dem alten Mehrzwecksaal im Kulturpalast akustisch kein optimaler Raum dafür zur Verfügung. Mit ihrem neuen Konzertsaal hat die Dresdner Philharmonie nun ideale Bedingungen, um auch ein solches Werk mit all seinen klanglichen Finessen erklingen zu lassen. Besonderer Höhepunkt: die soeben fertig gestellte Konzertorgel der Firma Eule Orgelbau Bautzen GmbH wird das erste Mal erklingen und einen Eindruck davon geben, wie sie sich mit ihren 4.109 Pfeifen und 67 Registern in das Klangbild des Saales einfügt. Ihre feierliche Einweihung findet am 8. September statt.

Beide Konzerte sind momentan ausverkauft, Restkarten evt. an der Abendkasse.

Programm
25. AUG 2017, FR, 19.30 Uhr
27. AUG 2017, SO, 19.30 Uhr
KULTURPALAST        

Sinfonie der Tausend
Saisoneröffnung

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 8 Es-Dur für Soli, Kinderchor, zwei gemischte Chöre und Orchester „Sinfonie der Tausend“ (1906/1907)

Michael Sanderling, Dirigent

Christine Brewer, Sopran I (Magna Peccatrix)
Ailish Tynan, Sopran II (Una poenitentium)
Heather Engebretson, Sopran III (Mater gloriosa)
Janina Baechle, Alt I (Mulier Samaritana)
Gerhild Romberger, Alt II (Maria Aegyptiaca)
Brandon Jovanovich, Tenor (Doctor Marianus)
Stephan Genz, Bariton (Pater ecstaticus)
Ain Anger, Bass (Pater profundus)

MDR Rundfunkchor Leipzig
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Philharmonischer Chor Dresden
Philharmonischer Kinderchor Dresden
Dresdner Philharmonie


Konzerteinführung
jeweils 45 Minuten vor dem Konzert

Dr. Claudia Woldt
Leiterin Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0)351/ 4866 202

+49 (0)172/ 1686856
woldt@dresdnerphilharmonie.de

 
Dresdner Philharmonie
Kulturpalast Dresden

Schloßstraße 2
01067 Dresden
www.dresdnerphilharmonie.de

Montag, 21. August 2017

Eilt: Hilfe braucht Hilfe – bitte helfen Sie jetzt!


Ines Nolden
Die Deutsche-Direkthilfe e.V.


Die Deutsche-Direkthilfe e.V. braucht jetzt Ihre Hilfe, um Menschen in Not helfen zu können:

·        Rita braucht 83 Euro für einen neuen gebrauchten Herd!
·        Else braucht eine Zuzahlung für die Medikamente der kranken Mutter.
·        Kevin fehlt das Geld, um Fotokopien für Bewerbungsunterlagen zu machen.
·       Hermann braucht ein paar neue Schuhe – der Nachbarshund hat einen seiner letzten Lauf-Schuhe verschleppt.
·       Nele möchte ihrer Tochter eine kleine Freude machen zum Geburtstag – aber das Geld für den Zoo ging für Lebensmittel drauf.

Deshalb ist hier mein Spendenaufruf an alle Leserinnen und Leser: 

Helfen Sie denen, die anderen helfen – auf dass diese Menschen weiter helfen können:



Ich danke Ihnen von Herzen,

Lilli Cremer-Altgeld

Samstag, 19. August 2017

Im Schatten des Mondes - Totale Sonnenfinsternis in den USA


Quelle: ESO

  • Am 21. August 2017 ist eine totale Sonnenfinsternis (SoFi) in den USA. Der kegelförmige Mondschatten rast dabei - erstmals seit fast 100 Jahren - von der West- an die Ostküste durch 14 Bundesstaaten, von Salem (Oregon) bis nach Charleston (South Carolina). Die "SoFi" macht auf einem rund 100 Kilometer schmalen Streifen für maximal zwei Minuten und 40 Sekunden den Tag zur Nacht.
  • In den übrigen USA, in ganz Kanada, Grönland und Mittelamerika sowie in Teilen Südamerikas wird die Sonne nur partiell durch die Mondscheibe verdeckt - ebenso in Westeuropa, wo sich von Oslo über London, Santiago de Compostela und die Kanareninsel La Palma kurz vor Sonnenuntergang mitteleuropäischer Zeit bei klarem Himmel eine teilweise Sonnenfinsternis verfolgen lässt.
  • Die nächste totale Sonnenfinsternis verläuft am 2. Juli 2019 über dem südlichen Pazifik und Südamerika, die nächste in Europa (Island und Spanien) ist erst am 12. August 2026.
Eine totale Sonnenfinsternis ist für Beobachter spektakulär: "Etwa 30 Sekunden bevor die Sonne ganz hinter der Mondscheibe verschwindet, wird es mitten am Tag merklich dunkler, so, als habe jemand heftig am Dimmer einer Lampe gedreht", erläutert Dr. Manfred Gaida, Astrophysiker im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn, das Phänomen. Der Mond schiebt sich vor die Sonne, bis nur noch ein leuchtender Strahlenkranz, die Korona, zu erkennen ist. Dort, wo sein kegelförmiger Kernschatten die Erde trifft, verdunkelt sich der Himmel. Etwa 75 bis 90 Minuten vorher beginnen die partiellen Phasen der Verfinsterung. Ebenso lang dauert es nach der Finsternis, bis die "Rundumdämmerung" wieder vollkommen verschwunden ist.
Sonnenfinsternisse kommen in drei Arten vor: partiell, ringförmig und total - und im seltenen Fall als eine Kombination von ringförmig und total. Dabei ist die jeweilige Konstellation von Erde, Mond und Sonne entscheidend. Manfred Gaida: "Je weiter der Mond von der Erde entfernt ist und je näher die Sonne zur Erde steht, desto eher kommt es zu einer ringförmigen SoFi. Ist der Mond der Erde jedoch relativ nahe und die Sonne relativ fern, so wie jetzt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine totale Sonnenfinsternis groß. Eine Rolle spielt auch, wo die Sonnenfinsternis auf der Erdoberfläche stattfindet. In den Polarregionen sind partielle Verfinsterungen die häufigsten."
Credit: NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio

Die letzte von Deutschland aus beobachtbare totale Sonnenfinsternis war am 11. August 1999. "Genau 18 Jahre, zehn Tage und acht Stunden später findet nun am 21. August 2017 ihre so genannte ‚Tochterfinsternis‘ im Saroszyklus Nr. 145 statt", erklärt DLR-Wissenschaftler Gaida, und ergänzt: "Weil sich in acht Stunden Zeitunterschied die Erde um circa 120 Grad in geographischer Länge weiter von West nach Ost gedreht hat, verläuft der Totalitätsstreifen jetzt über dem nordamerikanischen Kontinent." Die Weltraumbehörde NASA berichtet live über die "Great American Eclipse". Diese ist seit dem 8. Juni 1918 die erste totale Sonnenfinsternis, die wieder vom Pazifik bis zum Atlantik quer über die USA hinwegzieht.
Doch was ist es, das die Menschen seit jeher an diesem kosmischen Schauspiel fasziniert? "In vergangenen Zeiten deutete man Finsternisse als Zeichen des Schicksals, denn die Sonne galt als Quell des Lebens und als Gottheit. Schon die alten Babylonier kannten mathematische Regeln, mit denen sich Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen ließen", berichtet Manfred Gaida. Sie fanden heraus, dass Finsternisse ähnlicher Art und Form im Abstand von 6.585 1/3 Tagen aufeinander folgen und nannten diese spezielle Abfolge "Saros". Nach Ablauf einer "Sarosperiode" nehmen Mond, Erde und Sonne nahezu wieder die gleiche Stellung zueinander ein, sodass sich Sonnen- und Mondfinsternisse nach diesem Zeitraum unter fast denselben Bedingungen wie 18 Jahre zuvor wiederholen. Außer dem Saros lassen sich auch andere Finsternis-Zyklen berechnen, doch keiner ist laut Gaida so elegant und einprägsam wie dieser.
Nach einer eher geographisch-mathematischen Analyse der Sonnenfinsternisse im 17. und 18. Jahrhundert, waren diese Ereignisse ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine willkommene Gelegenheit für die damals noch junge spektroskopische Forschung. Mit ihrer Hilfe entdeckte man 1868 bei einer Finsternis in der Sonne - unter anderem - das Element Helium. Mithilfe von Fotografien konnten Astronomen damals auch klar nachweisen, dass die Sonnenkorona und die bogenförmigen, leuchtenden Materieströme, die Protuberanzen, tatsächlich zur Sonne gehören und nicht zum Mond und auch keine rein atmosphärischen Erscheinungen sind, die nur bei Sonnenfinsternissen zutage treten. "Die Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 gilt aber bislang als die wissenschaftlich bedeutendste, denn sie untermauerte Albert Einsteins 1915 veröffentlichte Allgemeine Relativitätstheorie", so Gaida, "und diese Theorie ist ja selbst nach 100 Jahren noch immer von vitalem Forschungsinteresse, wie es die jüngsten Entdeckungen der Gravitationswellen zeigen."

  • Was passiert bei einer totalen Sonnenfinsternis?

    Eine totale Sonnenfinsternis läuft in vier Phasen ab. Zum Schutz der Augen muss mit Ausnahme der kurzen Dauer der totalen Verfinsterung unbedingt eine spezielle SoFi-Brille mit geprüftem Schutzfilter getragen werden. Wer ohne Brille in die Sonne schaut, riskiert gravierende Augenschäden bis hin zur Erblindung.
    1. Kontakt: Der Neumond berührt scheinbar die Sonne und es schließt sich die partielle Phase an. Brille auf!
    2. Kontakt: Die totale Verfinsterung beginnt und die Sonnenkorona leuchtet auf. Brille ab!
    3. Kontakt: Die totale Phase endet und wechselt wieder zur partiellen. Brille wieder auf!
    4. Kontakt: Neumond- und Sonnenscheibe berühren sich an einem gemeinsamen letzten Randpunkt und trennen sich dann. Brille weiterhin auf!

Kontakte

 

Elisabeth Mittelbach 
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
 
Kommunikation, Raumfahrtmanagement
 
Tel.: +49 228 447-385
 
Fax: +49 228 447-386
Dr. Manfred Gaida 
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
 
Raumfahrtmanagement, Extraterrestrik 

Tel.: +49 228 447-417
 
Fax: +49 228 447-745

Samstag, 12. August 2017

Bono und Carolin Kebekus unterstützen ONE-Jugendbotschafter und –botschafterinnen beim Start von „Artikel ONE”



Berlin, 13. Juli 2017. Vorgestern, am 11. Juli 2017, haben Bono, Lead Singer von U2 und Mitgründer von ONE, und die Komikerin und ONE-Unterstützerin Carolin Kebekus 25 ONE-Jugendbotschafter und -botschafterinnen beim Start vom „Artikel ONE“ in Berlin unterstützt. Der „Artikel ONE“ ist die zentrale Petition von ONE zur Bundestagswahl 2017. Unter dem Motto „Mund auf gegen Armut” ruft ONE mit dem „Artikel ONE“ die Kandidaten und Kandidatinnen für den nächsten Bundestag dazu auf, sich dem Kampf gegen extreme Armut und Hunger zu verpflichten und mehr in Gesundheit und Bildung zu investieren. Außerdem fordert die Petition die neue Bundesregierung auf, sich für mehr Transparenz einzusetzen und Mädchen und Frauen in armen Ländern zu stärken. (Bilder)
Carolin Kebekus, die ONE insbesondere im Rahmen der Kampagne „Armut ist sexistisch“ unterstützt, sagte: „Es war super, die ONE-Jugendbotschafter und -botschafterinnen kennenzulernen. Die machen der Politik richtig Feuer unterm Hintern, damit sie sich dazu verpflichtet, den Kampf gegen extreme Armut ernst zu nehmen. Das ist eine super Sache und ich habe großen Respekt vor diesen jungen Menschen, die sich in ihrer Freizeit dafür einsetzen, die Welt ein Stück besser zu machen. Davon sollte es echt mehr geben! Weltweit lebt noch immer jeder zehnte Mensch in extremer Armut. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert.” Im Mai 2017 ist Carolin Kebekus mit ONE nach Sambia gereist, um mehr darüber zu erfahren, wie Entwicklungszusammenarbeit vor Ort wirkt.
Bono, Lead Singer von U2 und ONE-Mitgründer, der die ONE-Jugendbotschafter und –botschafterinnen heute gemeinsam mit Carolin Kebekus getroffen hat, sagte: „Die ONE-Jugendbotschafter und –botschafterinnen gehören zu den beeindruckendsten Menschen, die ich je getroffen habe. Genau wie die brillante Carolin Kebekus, die zum Umfallen komisch ist … Sie wissen, dass es hier nicht um Almosen geht, sondern um Gerechtigkeit. Es geht nicht um Parteinahme, sondern darum, eine Führungsrolle zu übernehmen. Wir brauchen jetzt mehr denn je ein Deutschland, das im Kampf gegen extreme Armut vorangeht. Der Kampf gegen extreme Armut könnte tatsachlich das große Ding sein, auf das sich alle seriösen Parteien in diesem Wahlkampf verständigen können. Das ist eine große Vision, aber darin seid ihr Deutschen ziemlich gut.“
Stephan Exo-Kreischer, Deutschland-Direktor von ONE, sagte: „Die deutsche Bundesregierung hat zum ersten Mal das wichtige Ziel erreicht, 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden – zum Teil jedoch durch die Anrechnung von Kosten für die Versorgung von Geflüchteten in Deutschland. Es ist essentiell, dass diese Zielgröße weiter gehalten wird. Darüber hinaus muss Deutschland sich verstärkt darauf konzentrieren, genau die Menschen mit seiner Unterstützung zu erreichen, die in den am wenigsten entwickelten Ländern vor allem in Afrika leben und die am härtesten von extremer Armut betroffen sind. Wenn wir die extreme Armut weltweit tatsächlich beenden wollen, muss Deutschland genau dort noch mehr investieren, dabei Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft in den Mittelpunkt stellen und Transparenz schaffen. Die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, mehr als 200.000 davon aktive ONE-Unterstützerinnen und -unterstützer, fordern genau dies von der zukünftigen Bundesregierung und werden dies alle Kandidatinnen und Kandidaten lautstark unter dem Motto „Mund auf gegen Armut” wissen lassen.“
Der „Artikel ONE“ lautet: Weltweit lebt noch immer jeder zehnte Mensch in extremer Armut. Darum spreche ich mich dafür aus, dass Deutschland seine Versprechen an Afrika einhält. Die nächste Bundesregierung muss stärker in Gesundheit, Bildung und den Kampf gegen Hunger weltweit investieren. Um ein guter und fairer Partner zu sein, muss Deutschland Transparenz schaffen, sich auf die ärmsten Menschen konzentrieren und vor allem Frauen und Mädchen stärken.
Die Petitionsseite mit dem Artikel ONE finden Sie hier:https://www.one.org/mundaufgegenarmut 
ONE ist eine entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten, insbesondere in Afrika. Im Dialog mit der Öffentlichkeit und politischen Entscheidern setzt sich ONE für kluge und effektive Politikansätze und Programme ein, um Aids und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen, Investitionen in Landwirtschaft und Ernährung zu erhöhen und mehr Transparenz bei Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu schaffen. Rund 8 Millionen Menschen unterstützen die überparteiliche Arbeit von ONE mit ihrer Stimme. Mehr Informationen gibt es auf www.one.org und auf Twitter: @ONEDeutschland
Pressekontakt:
Karoline Lerche: 030/319 891 576, 0173/2490094, karoline.lerche@one.org  
Scherwin Saedi: 030/319 891 578, 0152/0377 14 29; scherwin.saedi@one.org

Freitag, 11. August 2017

SWR Sendereihe „Tele-Akademie“ feiert 30-jähriges Jubiläum


v.li.: Dr. Wolfgang Gushurst (Leitung SWR Kultur, Wissen, SWR2), Monika Presting (verantwortliche Redakteurin SWR) und Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof.


 
Paul Kirchhofs Festvortrag: „Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Zur Aktualität klassischer demokratischer Ideale“ // Sendung am 17.9.2017, 7:30 Uhr, SWR Fernsehen 


Ein Pult. Ein Mikrophon. Ein Redner. Das Konzept der SWR „Tele-Akademie“ ist bewusst puristisch – und hat seit über drei Jahrzehnten nichts von seiner Schlagkraft eingebüßt. Die Konzentration liegt nur auf Inhalt und Vortrag. Am Sonntag, 17. September 2017, um 7:30 Uhr sendet das SWR Fernsehen den Festvortrag zum 30. Jubiläum der „Teleakademie: Prof. Dr. Paul Kirchhof – Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Zur Aktualität klassischer demokratischer Ideale“.

 
Ehemaliger Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof spricht über Ideale der Demokratie 


„Freiheit, Gleichheit, Sicherheit“ – Paul Kirchhof, ehemaliger Bundesverfassungsrichter, nimmt in seinem Festvortrag zum 30-jährigen Jubiläum der Tele-Akademie am 17. September drei Leitgedanken unserer Demokratie in den Blick und untersucht ihre Bedeutung in der sich rasant verändernden Welt. In den darauf folgenden Wochen werden noch einmal die Festvorträge der vergangenen Jubiläen in der Sendereihe gezeigt: Vor zehn Jahren fragte Julian Nida-Rümelin als Redner zum Jubiläum „Wie viel Wahrheit braucht die Demokratie?“ (Sendung am 24.9.) und vor zwanzig Jahren untersuchte Ralf Lord Dahrendorf „Die reiche Gesellschaft, die gute Gesellschaft, die freie Gesellschaft: Wie können wir alle drei haben?“ (Sendung am 1.10.). Der erste Redner war 1987 der berühmte österreichische Psychiater Viktor E. Frankl, ein Zeitgenosse Sigmund Freuds und Überlebender des Holocaust. „Die Sinnfrage in der technologischen Gesellschaft“, so der Titel seines Vortrags (Sendung am 8.10.). Es ist verblüffend, wie aktuell aber auch zeitlos die Gedanken dieser Vorträge auch heute noch erscheinen.

 
Die SWR „Tele-Akademie“ bildet multiperspektivisch und multimedial

Hirnforschung, Kinderarmut, Europa, Klima, der Nahe Osten, aber auch Sport, Architektur oder Essgewohnheiten – die Themenvielfalt der „Tele-Akademie“ ist groß. Über mehrere Wochen hinweg wird ein gesellschaftlich relevantes Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Experten können unredigiert sprechen und tauchen dabei tief in ihr Fachgebiet ein. Fundierte Denkanstöße gibt es nicht nur für das Publikum sonntags an den Bildschirmen; über das Online-Angebot ww.tele-akademie.de, über die SWR-Mediathek und auf dem ARD-YouTube-Kanal erschließt sich die Sendung neue Zuschauer. Sie ist längst lebendiger Teil einer modernen Wissens-Community geworden, die teilt und verlinkt – und so mehr denn je zum gesellschaftlichen Diskurs beiträgt. Damit verwirklicht die „Tele-Akademie“ den Kerngedanken öffentlich-rechtlichen Fernsehens: Vermittlung von Kultur, Bildung und Information.
 
Sendung:
„Teleakademie: Prof. Dr. Paul Kirchhof – Freiheit, Gleichheit, Sicherheit. Zur Aktualität klassischer demokratischer Ideale“ am 17. September 2017, 7:30 Uhr, SWR Fernsehen

 
Wiederholungen:
Sonntag, 17. September, 14.00 Uhr, Freitag, 22 September, 10:15 Uhr, ARD-alpha,
Sonntag, 24. September 2017, 6:45 Uhr, 3sat

 
Vorträge auch online verfügbar unter: www.tele-akademie.de, in der SWR-Mediathek und über den ARD-Youtube-Kanal: http://x.swr.de/s/pky
 

 
Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Zwei neue MOOCs: Wertschöpfungsketten und Landmanagement


Multimedial lernen


Rapsanbau auf den Versuchsfeldern der TUM.
Rapsanbau auf den Versuchsfeldern der TUM. Wie sich Wettbewerb, Nachhaltigkeit und Produktqualität in der Lebensmittelproduktion vereinbaren lassen, verrät ein neuer MOOC. (Bild: Benz / TUM)







Die beiden neuen Massive Open Online Courses (MOOCs) der Technischen Universität München (TUM) beschäftigen sich mit Landmanagement und Wertschöpfungsketten für Lebensmittel. Während der Kurs „Introduction to Landmanagement“ aufzeigt, wie groß die Bedeutung der endlichen Ressource „Land“ für sehr unterschiedliche Bereiche  ist, wird in „Economics of Agro-Food Value Chains“ untersucht, wie sich Wettbewerb, Nachhaltigkeit und Produktqualität in der Lebensmittelproduktion vereinbaren lassen.
Über das kostenlose und multimediale MOOC-Angebot der TU München können sich Internet-Nutzerinnen und Nutzer in zahlreichen Fachgebieten weiterbilden. Ihren ersten MOOC hat die TUM Anfang 2014 gestartet und ist damit eine Vorreiterin unter den deutschen Universitäten. Mit den Online-Kursen vermittelt sie Wissen an Menschen überall auf der Welt.

THE ECONOMICS OF AGRO-FOOD VALUE CHAINS

Dieser Kurs richtet sich hauptsächlich an Studierende aus Wirtschafts- und Lebenswissenschaften, die am Ende ihres Bachelor- oder am Beginn ihres Masterstudiums stehen. Im Mittelpunkt des Kurses stehen Agro-Food-Wertschöpfungsketten und die Herausforderungen, denen sich die Akteure stellen müssen:  Die beteiligten Unternehmen müssen zugleich wettbewerbsfähiger werden, eine hohe Qualität ihrer Produkte sicherstellen und auf Nachhaltigkeit achten. Internationale Expertinnen und Experten informieren in diesem MOOC über spezifische Themen zur Lebensmittelqualität und die Organisation der Wertschöpfungsketten.
Sprache: Englisch
Der Kurs beginnt am Montag, 14. August 2017.

INTRODUCTION TO LAND MANAGEMENT

Auch für digitale Gesellschaften bleibt Land eine der wichtigsten Ressourcen. Grund und Boden - insbesondere Ackerland - ist nicht in unbegrenztem Maße verfügbar. Im Gegenteil: Frei zugängliches und fruchtbares Land wird zunehmend knapper. Dadurch kommt häufig es zu Konflikten zwischen verschiedenen Interessensgruppen. Besonders stark betroffen sind davon benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern, aber auch für industrialisierte Staaten sind auf nachhaltige Bodenpolitik und Landmanagement angewiesen. Dieser Kurs bietet eine Einführung in die Grundprinzipien des Landmanagements und möchte Verbindungen zwischen Land und anderen Themen wie Armut, Globalisierung und Klimawandel aufzeigen. Vorkenntnisse zum Thema Landmanagement werden nicht benötigt. Der Kurs ist Teil des Programms „MOOCs for Masters“, mit dessen Hilfe sich Studieninteressierte weltweit auf Masterkurse an der TUM vorbereiten können.
Sprache: Englisch
Der Kurs beginnt am Freitag, 1. September 2017.
Anmeldung und weitere Informationen:

MEHR ZU MOOCS:

Die an der TUM produzierten MOOCs gehen weit über das bloße Abfilmen einer Vorlesung hinaus. Sie bestehen aus zahlreichen Einheiten, die jeweils wenige Minuten dauern und mit verschiedenen Video-Elementen arbeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zudem interaktive Aufgaben lösen, weitere Lernmaterialien abrufen und sich in Online-Foren austauschen. Zum Ende des Kurses legen sie eine Prüfung ab. Als Plattform dienen die Websites edX und Coursera mit jeweils mehreren Millionen registrierten Nutzern.
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Corporate Communications Center

Tel.: +49 89 289 22731 - E-Mail: presse@tum.de - Web: www.tum.de

Dienstag, 1. August 2017

leibniz: Familie


In seiner neuen Ausgabe widmet sich das Magazin der Leibniz-Gemeinschaft dem Schwerpunkt „Familie“.
 


Die Crew bestimmt den Kurs. Denn wohin es uns im Leben verschlägt, hängt nicht zuletzt von unserer Familie ab. Sie kann uns über Wasser halten, auch bei Sturm; uns aber auch aufwühlen. Mitunter wählen wir ganz andere Wege als unsere Eltern und Geschwister, auch auf die Gefahr hin, mal baden zu gehen. Die Familie ist ein komplexer Forschungsgegenstand. Woher kommt sie, wie verändert sie sich – und was passiert, wenn sie fehlt?
Manche Menschen suchen ein Leben lang nach ihren leiblichen Eltern. Der Paläoanthropologe Friedemann Schrenk von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sucht mit derselben Beharrlichkeit nach unseren Vorfahren. In Malawi entdeckte er die ältesten Überreste der ersten Menschen. Homo rudolfensis war ein soziales Wesen. Aber war er auch ein Familienmensch?
Am Potsdamer Leibniz-Institut für Astrophysik erforscht Noam Libeskind den Ursprung des Universums. Sein Vater, der Architekt Daniel Libeskind, erschafft mit seinen Bauten Neues. In leibniz sprechen die beiden über die Gemeinsamkeiten ihrer Felder und erklären, warum ihre Familie immer wieder zusammen Projekte beginnt.
Vor einem Jahr erinnerte der Deutsche Bundestag mit einer Resolution an den Völkermord an den Armeniern, dem 1915 und 1916 bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Historikerin Nazan Maksudyan vom Leibniz-Zentrum Moderner Orient erzählt die Geschichte einer Überlebenden, die der Genozid zur Waise machte: ihrer Urgroßmutter.

Außerdem lesen Sie in leibniz:
  • Wie die Familie prägt: Sie stellt die Weichen, auch schon vor der Geburt. Was liegt in der Familie?
  • Zeitfrage: Wie kriegt man Beruf, Kinder und die Reitstunden unter einen Hut? Ein Tag mit einer Forscherfamilie.
  • Ahnengalerie: Familienbilder wandeln sich – auch in der Malerei. Ein Gang durch die Epochen.
  • Geld oder Liebe? Ob Menschen Kinder kriegen, zusammenbleiben oder sich trennen, ist auch eine finanzielle Frage. Die Familie im Fokus der Ökonomie.
  • Im Exil: Der Krieg in Syrien hat viele Familien auseinandergerissen. Darunter leiden besonders Frauen auf der Flucht.
  • Es ist kompliziert: Wie funktioniert Familie im Tierreich? Ein Streifzug durch Riffe, Tunnelsysteme und die Baumkronen des Regenwalds.
  • Herrscherfamilien: Wenn Autokraten versuchen, ihre Macht an Verwandte weiterzugeben, nimmt das für sie oft kein gutes Ende.
  • Auszeit: Sabbaticals haben auch eine familienpolitische Funktion. Braucht es ein Recht auf Pause? Zwei Standpunkte.
  • Selbstbestimmung: Die Schriftstellerin Alexandra Kollontai forderte Anfang des 20. Jahrhunderts freie Liebe statt Vernunftehe. Eine ihrer Erzählungen in Auszügen.
  • Isoliert: Manfred Krifka vom Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft über Sprachen, die keine Familie haben.

leibniz erscheint dreimal im Jahr. Das PDF und die Blätterversion finden Sie unter www.leibniz-gemeinschaft.de/leibniz-2-2017. Die Druckversion können Sie kostenlos abonnieren: abo@leibniz-gemeinschaft.de.

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
Mirjam Kaplow
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
Mobil: 0172 8433549

David Schelp
Tel.: 030 / 20 60 49 – 47

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,8 Milliarden Euro.



Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“[1]

Lilli Cremer-Altgeld
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